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14Jun

Wie und wann kommt der neue Mobilfunkstandard 5G in die Schweiz?

Die Einführung des neuen Mobilfunkstandards löst weltweit und in der Schweiz heftige Debatten aus. Sunrise und Swisscom sind hierzulande in die Offensive gegangen. Es gibt aber auch eine Onlinepetition dagegen. Die «Neue Zürcher Zeitung» hat unlängst die wichtigsten Punkte rund um die 5G-Einführung aufgeführt. Wir fassen das Wichtigste zusammen.

Was wird sich mit 5G konkret verändern?

5G wird neue Geschäftsfelder eröffnen. So hat Sunrise mit der Technologie eine «Glasfaser durch die Luft» gelegt. Die Idee: In ländlichen Gebieten führt die echte Glasfaser vielerorts nur bis zur Anschlusszentrale im Dorf. Den restlichen Teil des Weges müssen die Datenpakete über das langsamere Kupferkabel zurücklegen. Dieser Flaschenhals wird mittels 5G überwunden. Damit wird Haushalten mit einer schlechten Anbindung ans Festnetz schnelles Internet über den Mobilfunk ermöglicht. Eines ist sicher: Der neue Mobilfunkstandard bietet weit höhere Geschwindigkeiten als seine Vorgänger 3G und 4G. Zudem wird die Latenzzeit von 5 bis 10 auf eine Millisekunde verkürzt. Ein Netz, das in Echtzeit reagiert, wir das «Internet der Dinge», die Vernetzung von Maschinen und Robotern, gewaltig voranbringen.

Wann gibt es in der Schweiz ein 5G-Netz?

Swisscom will bis Ende 2019 bis zu 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G versorgen. An 102 Standorten in 54 Ortschaften wurden bereits erste 5G-Antennen in Betrieb genommen. Salt will den neuen Standard im dritten Quartal 2019 einführen. Sunrise hat erste 5G-Angebote in der Form von Festnetzangeboten über die Luft, sozusagen eine «Glasfaser durch die Luft» lanciert. 

Warum dauert der Aufbau eines flächendeckenden 5G-Netzes ziemlich lange?

Die Schweiz hat eine anspruchsvolle Topografie, kennt strenge Grenzwerte beim Strahlenschutz und komplizierte Bauvorschriften. All das macht den Ausbau eines Mobilfunknetzes extrem aufwendig. Vom Entscheid eines Telekomanbieters, einen neuen Antennenstandort zu erschliessen, bis zum Punkt, an dem die Antenne in Betrieb gesetzt wird, verstreicht in der Regel viel Zeit. Swisscom beziffert diese Spanne mit einem Durchschnittswert von zwei Jahren.

Wie wirkt sich 5G auf die Strahlenbelastung aus?

Die biologische Wirkung der elektromagnetischen Strahlung hängt von deren Stärke und Frequenz ab und damit nicht von der Technologie, mit der die Wellen «bespielt» werden. Erstens wurden die vom Bund versteigerten Frequenzen bereits für andere Zwecke wie die Übermittlung von Radio- oder Fernsehsignalen eingesetzt. Zweitens unterscheiden sich diese kaum von den heute im Mobilfunk verwendeten Frequenzen. Mit 5G ändert sich an der Strahlenbelastung also zunächst wenig. Angesichts des Widerstands diskutiert derzeit ein vom Bundesamt für Umwelt eingesetzte Arbeitsgruppe «unter Wahrung des Vorsorgeprinzips auch die zukünftigen Anlagegrenzwerte». Ihre Empfehlungen sollen in diesem Sommer auf dem Tisch liegen.

Gefährdet 5G die Gesundheit?

Fachleute betonen, dass vom neuen Mobilfunkstandard keine neuartige Gefährdung für den menschlichen Organismus ausgeht. Aufgrund der bisherigen Studienlage wird angenommen, dass der neue Mobilfunkstandard die schweizweite Strahlenbelastung insgesamt nicht wesentlich verändern wird. Während es Orte gebe, wo sich die Strahlenbelastung erhöhen werde, dürfte die neue Technologie die Belastung an anderen Orten reduzieren.

Ab wann können 5G-fähige Geräte gekauft werden?

Es gibt bereits erste beschränkt 5G-fähige Smartphones. Aber: Wer das vollständig ausgebaute 5G-Netz nutzen möchte, muss sich ein 5G-Smartphone zulegen, die das ganze 5G-Netz nutzen können. Solche Geräte werden voraussichtlich Ende 2019 oder Anfang 2020 verfügbar sein.

Wie lange können alte Geräte noch genutzt werden?

Alte Smartphones müssen nicht gleich weggeworfen werden. Selbst Mobiltelefone, die nur mit dem Mobilfunkstandard 2G kommunizieren, können noch bis mindestens Ende 2020 genutzt werden. Dann will Swisscom aus der alten 2G-Technologie aussteigen. Mehr Zeit für eine Modernisierung haben Kunden bei Sunrise. Der Telekomkonzern erklärt, dass 2G bis voraussichtlich Ende 2021 unterstützt werde. Salt gibt keine exakten Daten bekannt, will allerdings ebenfalls schrittweise aus 2G aussteigen. 
Den neueren 3G-Standard will Swisscom noch bis mindestens Ende 2024 unterstützen. Sunrise erklärt, auch langfristig keine 3G-Abschaltung zu planen. Salt kann derzeit noch nicht sagen, ob und wann ein 3G-Ausstieg geplant ist. 
4G wird noch lange genutzt werden können.

Heftige Diskussion

Der 5G-Standard wird heftig diskutiert. Ein Ausdruck davon ist eine Onlinepetitiondagegen, die bereits über 30'000 Unterzeichner hat, davon rund 19'000 aus der Schweiz.

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