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Wann genau ein leistungsstarker Quantencomputer das Licht der Welt erblickt, weiss niemand. Nur eines ist sicher: Ein kryptografisch relevanter Quantencomputer CRQC wird die Datenverschlüsselung, die auf asymmetrischen Kryptosystemen beruht, knacken. Die globale Informationstechnologie(IT)-Gemeinde macht riesige Anstrengungen, dieser ultimativen Cybersicherheitsgefahr zu begegnen. Hart gearbeitet wird namentlich an der notwendigen Umrüstung auf die «Post-Quanten-Kryptografie PQK». Und: Wegen der bereist laufenden «Harvest-Now, Decript-Later HNDL»-Cyberkriminalität sollten alle Behörden, Institutionen, Unternehmen und Berufsgeheimnisträger, die ihre Daten langfristig schützen müssen oder wollen, sich mit der «Post-Quanten-Kryptografie PQK» auseinandersetzen. Lesen Sie, um was es geht.
Im Vergleich zu klassischen Computern nutzen Quantencomputer eine grundlegend andere Art der Datenverarbeitung. Während klassische Computer auf der binären Logik von «Bits» operieren, die entweder den Zustand 0 oder 1 annehmen können, beruhen Quantencomputer auf den Prinzipien der Quantenmechanik. Grundlage sind die Quantenbits, genannt «Qubits». Ein «Qubit» kann dank der Superposition nicht nur 0 oder 1, sondern auch beide Zustände gleichzeitig darstellen. Diese Fähigkeit ermöglicht es Quantencomputern, eine Vielzahl von Berechnungen simultan durchzuführen. Das macht sie potenziell um ein Vielfaches leistungsfähiger als klassische Computer. Dies insbesondere bei der Kryptoanalyse oder der Simulation von Quantensystemen.
Bis es kryptografisch relevante Quantencomputer CRQC gibt, die das volle Leistungspotenzial der Quantencomputertechnologie erreichen, kann es noch etliche Jahre gehen. Ein Anhaltspunkt: IBM plant bis 2033 den Bau eines Quantencomputers mit 100'000 «Qubits». Damit wird man laut der «Technologiebetrachtung betreffend Quantencomputer und Post-Quanten-Kryptografie PQK» des Bundesamts für Cybersicherheit BACS erstmals «einem kryptografisch relevanten Quantencomputer CRQC näherkommen».
Die aktuelle Datenverschlüsselung beruht überwiegend auf asymmetrischer Kryptografie. Diese könnte von einem kryptografisch relevanten Quantencomputer CRQC problemlos geknackt werden. Bei der heute auch eingesetzten Datenverschlüsselung mit symmetrischer Kryptografie braucht es dagegen nur eine Verdoppelung der Schlüssellänge, um sie vor Angriffen mittels kryptografisch relevanter Quantencomputer CRQC zu schützen.
Kryptografisch relevante Quantencomputer CRQC, die mit Sicherheit erst in etlichen Jahren kommen, werden mithin die auf asymmetrischer Kryptografie beruhende Datenverschlüsselung knacken. Deshalb braucht es zum Schutz der bestehenden informationstechnologischen(IT) Systeme und zum Schutz des Internets gegen cyberkriminelle Angriffe mit Quantencomputern neue Verfahren zur Datenverschlüsselung. Diese neuen Verfahren, die sich in die herkömmlichen IT-System implementieren lassen, werden derzeit unter dem Oberbegriff «Post-Quanten-Kryptografie PQK» entwickelt. Für die dafür notwendigen «Post-Quanten Kryptografie PQK»-Standards hat das amerikanische National Institute of Standards and Technology NIST die Federführung.
Im Rahmen der aufkommenden "Harvest-Now, Decrypt-Later HNDL»-Cyberkriminalität sammeln Cyberkriminelle mit den heutigen Methoden verschlüsselte Daten. Diese Daten sollen dann später entschlüsselt werden, wenn die kryptografisch relevante Quantencomputer CRQC verfügbar sind. Das ist eine grosse Gefahr für die langfristige Sicherheit von sensiblen Daten, weil sie zu gegebener Zeit voll missbraucht und ausgeschlachtet werden können.
Ergo: Die sensiblen Daten sollten mit der «Post-Quanten-Kryptografie PQK» so rasch wie möglich so verschlüsselt werden, dass sie niemals von einem Quantencomputer entschlüsselt werden können.
Das Bundesamts für Cybersicherheit BACS fasst aufgrund seiner «Technologiebetrachtung betreffend Quantencomputer und Post-Quanten-Kryptografie PQK» im Dokument «Einschätzung BACS: Handlungsbedarf im Zusammenhang mit Post-Quanten-Kryptografie PQK» die heutige Situation und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf wie folgt zusammen:
Ergo: Behörden, Institutionen, Unternehmen und Berufsgeheimnisträger, die ihre sensiblen Daten langfristig schützen müssen oder wollen, sollten sich jetzt oder so rasch wie möglich um ihre individuelle und angepasste «Post-Quanten-Kryptografie PQK»-Strategie kümmern.
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