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20Jul

Verzögerung des staatlichen elektronischen Identitätsnachweises E-ID: Klein- und Mittelunternehmen KMU sollten trotzdem mit der E-ID-Vorbereitung beginnen

20 Jul, 2026 | KMU, Digitalisierung | Return|

«Der staatliche elektronische Identitätsnachweises E-ID wird voraussichtlich am 1. Dezember 2026 den Betrieb aufnehmen.» Das verkündet das Bundesamt für Justiz BJ am 25. Februar 2026 in einer Medienmitteilung. Am 30. Juni 2026 heisst es nun aber in einer neuen Medienmitteilung des BJ: «Die Einführung der E-ID muss verschoben werden». Das kommt vielen Klein- und Mittelunternehmen KMU entgegen: Denn laut der Studie «Digitale Identitäten und elektronische Nachweise in der Schweiz 2026» der Hochschule Luzern sind «vier von fünf Schweizer KMU für die E-ID noch nicht bereit». Die KMU werden dringend aufgerufen, sofort mit der E-ID-Vorbereitung zu beginnen.

 

Die E-ID wird wegen Künstlicher Intelligenz auf unbestimmte Zeit verschoben

In der Medienmitteilung «Neuer Zeitplan für die Einführung der E-ID und der Vertrauensinfrastruktur» vom 30. Juni 2026 unterstreicht das Bundesamt für Justiz BJ: «Neueste Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz KI bringen zusätzliche Herausforderungen für die Erstellung einer E-ID mit sich. Deshalb hat das Bundesamt für Justiz BJ entschieden, die Sicherheit beim Online-Ausstellungsprozess weiter zu erhöhen. Durch den Einsatz von weiteren technischen Vorkehrungen sollen beispielsweise das Einschleusen von Schadsoftware auf dem Endgerät erschwert und die Erkennung von Deepfakes gestärkt werden. Diese Lösungsansätze werden derzeit in einer interdepartementalen Arbeitsgruppe unter der Leitung des BJ weiter konsolidiert. Die dafür erforderlichen Anpassungen nehmen jedoch Zeit in Anspruch, weshalb die Einführung der E-ID auf derzeit unbestimmte Zeit verschoben wird.»

 

Aber die Vertrauensinfrastruktur der E-ID kommt im ersten Halbjahr 2027

Weiter schreibt das Bundes für Justiz BJ: «Die Entwicklung der für den Betrieb der E-ID notwendigen Infrastruktur ist weit fortgeschritten und wird seit mehr als einem Jahr von Behörden und Privaten in der Testumgebung swiyu Public Beta erfolgreich ausprobiert. Deshalb wird die Vertrauensinfrastruktur der E-ID ihren Betrieb voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 unabhängig von der Einführung der E-ID aufnehmen können. Der Bundesrat wird das Bundesgesetz über die elektronische Identität und andere elektronische Nachweise BGEID auf diesen Zeitpunkt hin zumindest teilweise in Kraft setzen. Damit kann ab diesem Zeitpunkt die Vertrauensinfrastruktur von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie von Privaten für die Ausstellung von weiteren elektronischen Nachweisen genutzt werden.»

 

93 Prozent der KMU kennen die E-ID, aber nur 20 Prozent handeln

Die erneute Verzögerung der E-ID kommt sicher vielen Unternehmen entgegen. Denn die Studie «Digitale Identitäten und elektronische Nachweise in der Schweiz 2026» der Hochschule Luzern zeigt auf: Die Bekanntheit der neuen E-ID ist zwar hoch: 93,6 Prozent der befragten KMU haben von ihr und der Vertrauensinfrastruktur gehört. Bei der Umsetzung zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Erst 20,5 Prozent haben bereits entsprechende Lösungen implementiert, weitere 21,8 Prozent befinden sich in Planung oder Umsetzung. Rund 36 Prozent haben noch keine Umsetzungspläne, und ein weiteres Fünftel denkt erst über die Einbindung von E-ID-Lösungen nach.

 

Hauptgründe für das zögerliche E-ID-Handeln der KMU

Die Studie der Hochschule Luzern nennt die Hauptgründe für das zögerliche Handeln der KMU im Bereich der kommenden E-ID in der folgenden Grafik:

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Aufruf der Studienautoren an die KMU: «Beschäftigt Euch ab sofort mit E-ID-Anwendungsfällen im eigenen Umfeld!»

Für die kommende Zeit zeichnet sich laut der Studie der Hochschule Luzern ein pragmatischer Kurs ab: Rund die Hälfte der Befragten will die Prüfung digitaler Identitäten in bestehende Systeme integrieren oder Pilotprojekte starten. Gut ein Viertel beobachtet den Markt und handelt erst später. Gut ein Fünftel plant vorerst keine Projekte. Nur sechs Prozent wollen eigene digitale Nachweise ausstellen.

Die Studie warnt deshalb: Die E-ID kommt bestimmt. Wer zu lange zuwartet, spart kurzfristig Aufwand, riskiert aber mittelfristig höhere Integrationskosten, weil interne Fähigkeiten und Anschlüsse ans Ökosystem später unter Zeitdruck aufgebaut werden müssen. Deshalb der Aufruf der Studienautoren an die Schweizer KMU: «Beschäftigt Euch ab sofort mit E-ID-Anwendungsfällen im eigenen Umfeld!»

 

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