Serie über Bitcoin II: Welche Idee steckt hinter Bitcoin? Admin

Bitcoin ist ein globales virtuelles Zahlungssystem und gleichzeitig der Namen für eine digitale Geldeinheit. Am 11. Februar 2017 schreibt Volkswirtschaftsprofessor Ernst Baltensperger in der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Bitcoin ist nicht die Währung der Zukunft.» Das stimmt voll und ganz. Bitcoin selber wird für die Weltwirtschaft unbedeutend bleiben. Aber die Idee und die Technologie, die hinter Bitcoin stecken, werden das Finanzsystem und alle Tauschgeschäfte revolutionieren. Somit ist es wichtig, sich mit Bitcoin auseinanderzusetzen. Welche Idee steckt denn hinter Bitcoin? Lesen Sie die Antwort.

Historisch stets wiederkehrende Inflationsphasen

Die Idee, die hinter Bitcoin steckt, wurde von Satoshi Nakamoto 2008 in einem Whitepaper in etwa wie folgt vorgestellt: Das Kernproblem der bestehenden Währungen ist das Ausmass an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet. Doch die Geschichte des Notenbankgelds ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Das belegen die historisch stets wiederkehrenden Inflationsphasen.

Kreditschöpfung der Banken endet oft in Kreditblasen

Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren. Doch sie verleihen es mit einem kleinen Bruchteil von Deckung in Kreditform weiter. Die Kreditschöpfung durch die Banken führt oft zu Kreditblasen, die dann in einer auf die Realwirtschaft übergreifenden Finanzkrise enden. Zuletzt geschah das ab dem 9. August 2007, als die Weltwirtschaft wegen einer ungedeckten Kreditblase im US-Immobiliensektor fast zusammengebrochen wäre.

Banken brauchen unsere Identität

Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen. Wir müssen dann vertrauen, dass unsere offengelegte Identität den überall lauernden Identitätsdieben nicht in die Hände fällt und unsere Konten von ihnen leergeräumt werden. Dafür sind teure Schutzmassnahmen notwendig. Entsprechend hoch sind die Gebühren, die Kontoinhaber zahlen müssen.

Privatsphäre schlecht geschützt

Eine Generation früher hatten Nutzer von Time-Sharing-Computersystemen ein grosses Problem: Vor dem Aufkommen starker Verschlüsselungsmethoden mussten die User sich auf den reinen Passwortschutz für ihre Daten verlassen. Sie mussten vor allem dem Systemadministrator vertrauen, dass dieser ihre Informationen wirklich vertraulich hält. Der Administrator konnte die Privatsphäre jederzeit aufheben, wenn er zum Schluss kam, dass die Privatsphäre weniger wiegt als andere Belange. Auch genügte zuweilen eine Anweisung von Vorgesetzten, die Privatsphäre aus irgendwelchen Gründen zu durchbrechen.

Verschlüsselung für die Masse

Dann aber wurde bei Time-Sharing-Computersystemen eine starke Verschlüsselung für die Masse der Nutzer verfügbar. Es ist dort nicht mehr länger nötig, einfach auf die Zuverlässigkeit des Administrators zu vertrauen. Vielmehr können die Daten auf eine Weise gesichert werden, die einen Zugriff durch Dritte – egal aus welchem Grund, egal mit wie guten Entschuldigungen, egal was sonst – unmöglich machen.

Das Geld vollkommen sicher, unabhängig und praktisch gebührenlos machen

Es ist Zeit, sagt Satoshi Nakamoto 2008 in seinem Whitepaper, dass wir das Geld vollkommen sicher und von Zentralbanken und Banken unabhängig machen. Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und die kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, gelingt das: Das Geld wird unabhängig von Zentralbanken und Banken geschöpft, ist sicher verwahrt und kann mühelos sicher transferiert werden – alles ohne nennenswerte Gebühren. Das ist die Grundidee, die hinter Bitcoin steckt.

In der nächsten Ausgabe der META10-E-News lesen Sie, welche revolutionäre Technologie bei Bitcoin eingesetzt wird.

Zu Teil 1 der Bitcoin-Serie: Wer hat Bitcoin erfunden?

Zu Teil 3 der Bitcoin-Serie: Blockchain ist eine revolutionäre Technologie der Zukunft

Zu Teil 4 der Bitcoin-Serie: Wo kann man Bitcoin kaufen?

Zu Teil 5 der Bitcoin-Serie: Die Blockchain elektrisiert die Finanzindustrie

Zu Teil 6 der Bitcoin-Serie: Die Blockchain ist wohl die grösste Erfindung seit dem Internet

Zu Teil 7 der Bitcoin-Serie: Neben dem Bitcoin gibt es noch andere Kryptowährungen

Zu Teil 8 der Bitcoin-Serie: «Kryptowährungen sind eine neue Anlageklasse zur Diversifikation in der Vermögensverwaltung»








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