Serie über Bitcoin VIII: «Kryptowährungen sind eine neue Anlageklasse zur Diversifikation in der Vermögensverwaltung» Admin

Bitcoin ist ein globales virtuelles Zahlungssystem und gleichzeitig der Namen für eine digitale Geldeinheit. Swissquote, die führende Schweizer Bank für Online-Finanzdienstleistungen, hat als erste europäische Online-Bank auf ihrer Handelsplattform Anlagen in Bitcoins ermöglicht. Paolo Buzzi, Mitgründer und Chief Technology Officer von Swissquote (Bild), erläutert im Gespräch mit den «META10-E-News», weshalb seine Bank diesen Schritt gemacht hat. Der Bankier mit einem Abschluss in Microengineering der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) unterstreicht: «Die Blockchaintechnologie öffnet etliche Türen in eine aufregende Zukunft.»

Paolo Buzzi, weshalb hat die Swissquote auf ihrer Plattform den Handel mit Bitcoins eingeführt?

Paolo Buzzi: Viele Investorinnen und Investoren sind an Kryptowährungen interessiert. Sie haben aber Angst, solche zu handeln, weil die Akteure in diesem Markt nach wie vor vergleichsweise unbekannt sind. Überdies bedingt der Handel mit Kryptowährungen oft eine Überweisung auf ein ausländisches Konto. Unsere Partnerschaft mit Bitstamp, der ersten und einzigen Börsen-Plattform mit einer Lizenz für den Bitcoin-Handel von der Europäischen Union EU, ist ein Meilenstein in der bereits vielversprechenden Entwicklung der führenden Kryptowährung. Diese wird Schritt für Schritt in das traditionelle Finanzsystem integriert. Und wir sind nun in der Lage, unseren Kunden im Handel mit dem Bitcoin eine sichere, einfache und transparente Abwicklung ohne Überweisung auf ein Konto im Ausland zu bieten.

Was genau können die Investorinnen und Investoren auf Ihrer Plattform im Zusammenhang mit dem Bitcoin tun?

Paolo Buzzi: Swissquote-Kunden können in Bitcoins investieren, und zwar gegen Euro oder US-Dollar. Sie nutzen dabei ihr Trading-Konto, so wie sie es jede andere Währung auch machen würden. Es besteht jedoch keine Möglichkeit, einen zusätzlichen Hebel, einen Leverage, einzusetzen. So läuft man nicht Gefahr, mehr zu verlieren als man investiert hat. Der Mindestbetrag für eine Bitcoin-Transaktion ist 5 US-Dollar oder 5 Euro, der Höchstbetrag 100'000 US-Dollar oder Euro. Die Kosten richten sich nach der Höhe der Transaktion und liegen zwischen 0,5 und 1 Prozent des investierten Betrags.

Was sind die Vorteile des Handels mit Bitcoins über Swissquote anstatt über eine Wallet?

Paolo Buzzi: Unsere Handelsplattform ist einfach und effizient. Zudem bringen Transaktionen über eine Schweizer Bank viel Sicherheit mit sich.

Welcher Typ von Investor handelt bei Ihnen Bitcoins?

Paolo Buzzi: Es gibt keinen typischen Bitcoin-Investor: Etliche Kunden sind in erster Linie am Boom dieser Kryptowährung interessiert. Andere wollen damit ihr Portfolio diversifizieren. Man erinnere sich: 2009 waren die damals wenig bekannten Bitcoins fast nichts wert. Doch im Laufe der Jahre haben sie beim Kurs und bei der Popularität mächtig zugelegt.

Wie ist Ihr Angebot des Bitcoin-Handels im Markt angekommen?

Paolo Buzzi: Der Start war überwältigend und ist auf grosses Interesse gestossen. Wir haben schon einige Hundert aktive Bitcoin-Kunden.

Ist der Bitcoin wirklich mehr als ein neues Spekulationsobjekt?

Paolo Buzzi: Ja, denn jenseits von der Spekulation sind Kryptowährungen eine neue Anlageklasse zur Diversifikation in der Vermögensverwaltung.

Glauben Sie, dass die Kryptowährungen mehr als ein Hype sind und eine Zukunft haben?

Paolo Buzzi: Swissquote hat sich als erste europäische Onlinebank entschieden, auf ihrer Handelsplattform Anlagen in Bitcoins zu ermöglichen. Wir glauben, das ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Integration dieser virtuellen Währung ins bestehende Finanzsystem. Auch die Partnerschaft zwischen Bitstamp und Swissquote ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Bitcoins zu einem Teil der modernen Finanzwelt.

Ist und bleibt der Bitcoin das A und O oder glauben Sie auch an die Chancen anderer Kryptowährungen?

Paolo Buzzi: Der Bitcoin, der heute über 4000 US-Dollar wert ist, hat sich in den letzten Jahren erstaunlich entwickelt. Immer mehr Anlegerinnen und Anleger entdecken diese bekannteste Kryptowährung als Anlagemöglichkeit. Aber auch andere Kryptowährungen entfalten sich eindrücklich. Beispielsweise ist Ether vielversprechend, und zwar nicht nur als Kryptowährung, sondern desgleichen als Plattform für Smart Contracts. Daneben sind weitere Kryptowährungen im Aufwind.

Wie sehen Sie die Zukunft der Blockchain, der Technologie hinter dem Bitcoin?

Paolo Buzzi: Traditionelle Finanzinstitute zeigen ein gesteigertes Interesse an digitalen Währungen. Zudem legen sie nun schon seit einigen Jahren ein besonderes Augenmerk auf das Potenzial der Blockchaintechnologie. Angestrebt wird namentlich, mit der Blockchain die Prozesse reibungsloser zu gestalten, Kosten zu senken und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Bei der Swissquote haben wir in verschiedenen Bereichen der Bank etliche Projekte zur Effizienzsteigerung von verschiedenen Prozessen mittels der Blockchaintechnologie.

Ihr Schlusswort für unsere Leserinnen und Leser?

Paolo Buzzi: Wir sind hocherfreut über das ausserordentlich positive Echo aus unserer Kundschaft, den Handel mit Bitcoins möglich zu machen. Wir planen, in absehbarer Zeit auf unserer Plattform den Handel in anderen Kryptowährungen wie Ether einzuführen. Kommt dazu: Die hinter den Kryptowährungen stehende Blockchaintechnologie öffnet für unsere Kunden, unser Unternehmen und für die ganze Finanzindustrie etliche Türen in eine aufregende Zukunft.

In der nächsten Ausgabe der META10 E-News diskutieren wir die kritischen Stimmen zu Kryptowährungen und Blockchaintechnologie.

Zu Teil 1 der Bitcoin-Serie: Wer hat Bitcoin erfunden?

Zu Teil 2 der Bitcoin-Serie: Welche Idee steckt hinter Bitcoin?

Zu Teil 3 der Bitcoin-Serie: Blockchain ist eine revolutionäre Technologie der Zukunft

Zu Teil 4 der Bitcoin-Serie: Wo kann man Bitcoin kaufen?

Zu Teil 5 der Bitcoin-Serie: Die Blockchain elektrisiert die Finanzindustrie

Zu Teil 6 der Bitcoin-Serie: Die Blockchain ist wohl die grösste Erfindung seit dem Internet

Zu Teil 7 der Bitcoin-Serie: Neben dem Bitcoin gibt es noch andere Kryptowährungen

Zu Teil 9 der Bitcoin-Serie: Swisscom setzt auf die hinter Bitcoin steckende Blockchain-Technologie

Zu Teil 10 der Bitcoin-Serie: Behörden anerkennen das Potenzial der Blockchaintechnologie

 








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